Zwietracht im jungen Staat
Zwietracht im jungen Staat
Op-Ed / Africa

Zwietracht im jungen Staat

Keine vier Jahre nach der Unabhängigkeit herrscht im Südsudan Krieg: Ein Machtkampf in der Regierungspartei geht mit Gefechten zwischen Volksgruppen und Milizen einher und ist mit Kämpfen im Nordsudan verwoben. Die Hauptgegner haben im Februar einen Waffenstillstand vereinbart, doch haben sie ihre Truppen noch unter Kontrolle?

Die Frontlinie des Krieges zwischen der südsudanesischen Regierung und ihren Gegnern ist im Bundesstaat Unity schwer auszumachen. In vielen Kriegen in Afrika bilden Truppen oft keine feste Verteidigungslinie, sondern bewegen sich vor und zurück auf der Suche nach Beute. Auf der Schotterstraße in Richtung Guit, einem Dorf knapp 25 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Bentiu, sieht es trotzdem aus wie an einer Kriegsfront.

Als wir uns dem Dorf nähern, sehen wir einen ausgebrannten Panzer. Truppen der Opposition hatten ihn während eines Angriffs der Regierungstruppen im Mai erbeutet, konnten ihn aber selbst nicht nutzen. Damit die Regierungssoldaten ihn nicht zurückbekämen, haben sie ihn angezündet. Als wir uns das Wrack genauer ansehen, tauchen rund 30 Uniformierte aus dem Dickicht neben der Straße auf. Sie kommen auf uns zu, Sturmgewehre auf dem Rücken. Wir sind nicht sicher, auf welcher Seite sie kämpfen. 

Im Juni 2014 bin ich mit zwei Oppositionssoldaten und zwei Forschern hierher nach Unity gereist, um zu verstehen, warum in der Region erneut Krieg herrscht. Wir hatten den Bürgerkrieg im Sudan verfolgt, der 2005 endete und zur Teilung des Landes im Jahr 2011 führte. Dann brach kurz vor Weihnachten 2013 im neuen Staat Südsudan der gegenwärtige Krieg aus. Er begann mit Kämpfen innerhalb der Präsidentschaftsgarde: Soldaten von der Volksgruppe der Dinka, die loyal zu Präsident Salva Kiir standen, versuchten ihre Kollegen vom Volk der Nuer zu entwaffnen. Sie warfen ihnen vor, einen Putsch im Namen des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar zu planen. Machar gehört zu den Nuer und war von Präsident Salva Kiir, einem Dinka, ein paar Monate zuvor entlassen worden.

Seitdem sind mehrere Waffenstillstände und Friedensverträge ausgehandelt worden, die alle sofort gebrochen wurden. Es scheint, dass die Führer Einfluss auf ihre Truppen verloren haben und diese beschlossen, weiter zu kämpfen. Auch die jüngste Vereinbarung droht zu scheitern. Die verfeindeten Führer haben sie im Februar in Äthiopien unterzeichnet und zugestimmt, sich die Macht zu teilen: Kiir soll Präsident bleiben und Machar erneut als Vize eingesetzt werden. Dabei herrschen zwischen beiden weiter schwere Differenzen und ebenso zwischen ihnen und Mitgliedern der Regionalorganisation IGAD, die den Waffenstillstand überwacht hatte.

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Political rally for General Johnson Olony in then-rebel-held Wau Shilluk in April 2016. CRISIS GROUP / Alan Boswell
Briefing 179 / Africa

South Sudan’s Splintered Opposition: Preventing More Conflict

Side deals between President Salva Kiir and renegade opposition leaders jeopardise the 2018 agreement that ended the worst fighting of South Sudan’s civil war. East African mediators should press the principal combatants – Kiir and Riek Machar – to restart talks on the issues that divide them.

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