Ein Sieg für die Hamas, ein Sieg für Israel
Ein Sieg für die Hamas, ein Sieg für Israel

Ein Sieg für die Hamas, ein Sieg für Israel

Die Tragödie von Gaza ist die Geschichte von zwei Jahren kollektiver Fehler. Von einem neuen Waffenstillstand müssen beide Seiten profitieren.

In Wahrheit haben weder Israel noch die Hamas diesen Krieg gewollt. Aber nun wollen beide den Lohn dafür einheimsen. Der sechsmonatige Waffenstillstand, der am 19. Dezember auslief, war alles andere als ideal. Israel war in dieser Zeit regelmäßigen Raketen-Angriffen ausgesetzt und wusste, dass sein Feind die Arsenale auffüllte.

Die Hamas wiederum musste eine Blockade ihrer Wirtschaft durchstehen, die ihr die Hoffnung raubte, Gaza wirklich zu regieren. Eigentlich war ein sinnvoller Kompromiss greifbar: Er hätte darin bestanden, den Schmuggel sowie die Abschüsse von Raketen zu beenden und dafür eine Öffnung der Grenzen zu bekommen.

Aber da sich weder Israel noch die Hamas für eine solche Lösung engagierte und es auch keine effektive Vermittlung durch eine dritte Partei gab, kam es unaufhaltsam zu diesem brutalen militärischen Konflikt, in dem beide Seiten den Eindruck haben, dass sie mehr durch seine Fortsetzung als durch seine Beendigung profitieren. Kurz, die Konfrontation war einfacher zu vermeiden als nun zu beenden.

Für die Hamas war eine Verlängerung des Waffenstillstands nur unter bestimmten Bedingungen interessant. Die relative Ruhe versetzte sie in die Lage, ihre Macht zu konsolidieren und interne Rivalen auszuschalten. Aber der faktische Belagerungszustand wurde niemals aufgehoben.

Aus Gründen ihrer persönlichen Sicherheit klammerten sich die Hamas-Führer an die Waffenruhe, der Preis dafür aber war die allgemeine Not im Gazastreifen. Sie verstärkten den Raketenbeschuss - eine grobe Art, Israel mitzuteilen, dass sie Gewalt als Mittel sehen, die Grenzübergänge zu öffnen.

Nun hofft die Hamas, politischen Nutzen aus dem materiellen Schaden zu ziehen. Militärisch ist sie für Israel kein Gegner, aber sie kann den Sieg mit der Begründung reklamieren, das Schlachten überlebt zu haben. 
 

President of the European Commission Ursula von der Leyen is welcomed by Palestinian Prime Minister Mohammad Shtayyeh in Ramallah, in the Israeli-occupied West Bank June 14, 2022. Mohamad Torokman / REUTERS

Realigning European Policy toward Palestine with Ground Realities

Events in 2021 – particularly the Gaza war – put in sharp relief how much Europe’s policy toward the Israeli-Palestinian conflict needs a refresh. The European Union and its member states should use the levers they have to push for their stated goal of a peaceful resolution. 

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